Gabriele Gylyte hat in Eigenregie eine CD mit Werken von Bach, Haydn, Rachmaninoff und Prokofieff aufgenommen. Diese Einspielung ist nicht im Handel erhältlich. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an info@gylyte.com
 

 
 
Tracklisting

J. S. BACH (1685-1750)
TOCCATA E-MOLL BWV 914
01 Un poco allegro à 4 2’21
02 Adagio 2’06
03 Fuga à 3. Allegro 2’55

J. HAYDN (1732-1809)
SONATE ES-DUR HOB. XII:49
04 Allegro 6’34    oder download
05 Adagio e cantabile 7’15    oder download
06 Finale. Tempo di Minuet 3’57    oder download

R. SCHUMANN (1810-1856)
„FASCHINGSSCHWANK AUS WIEN“ OP. 26
07 Allegro 8’08
08 Romanze. Ziemlich langsam 2’40
09 Scherzino 2’05
10 Intermezzo. Mit größter Energie 2’08
11 Finale. Höchst lebhaft 4’09

S. PROKOFIEFF (1891-1953)
KLAVIERSONATE NR. 5 OP. 38 (1. VERSION)
12 Allegro tranquillo 5’33
13 Andantino 3’55
14 Un poco allegretto 5’00

S. RACHMANINOFF (1873-1943)
15 Etude-tableau (c-Moll) op. 39,1 3’27

Gesamtspielzeit 62’46

Jede Note von Interesse – Gabriele Gylyte zwischen virtuos und verschleiert

Man kann nicht behaupten, dass diese Pianistin die Extreme scheut. Das hat Gabriele Gylyte bei Lev Natochenny gelernt, jenem in Frankfurt lehrenden Klavierprofessor, bei dem sie seit 2003 die Meisterklasse besucht. Er hat ihr auf den Weg mitgegeben, dass „alles von Interesse sein muss, jede Note. Eine uninteressante Sekunde, und Du hast dein Publikum verloren“.

Das versteht Gabriele Gylyte, die gleichermaßen versierte wie charmante Pianistin aus Litauen, zu berücksichtigen. In Robert Schumanns „Faschingsschwank aus Wien“ etwa kostet sie das Janusköpfige dieser Musik konsequent aus. Ungestüm erstürmt sie das Eingangs-Allegro, kraftvoll klingt es, wie von purer Virtuosenhand geführt. Danach, der mit „Ziemlich langsam“ überschriebene Satz, wird bei ihr zum weltabgewandten Schweben, wird zum Charakterstück hinter zartestem Schleier. Extrem sensitiv geht Gabriele Gylyte gerade mit dem verhaltenen Schumann um, macht so die Fallhöhe umso deutlicher zu allem Folgenden, was da überschrieben ist mit „Höchst lebhaft“ und „Mit größter Energie“.

Dem Zuhörer mit jedem Takt, jeder Note etwas zu bieten, was ihn fesselt: Das gelingt Gabriele Gylyte quer durch alle Epochen. Ihren Bach etwa gestaltet sie alles andere als asketisch, sie nutzt alle Farben des Konzertflügels, erzeugt sie starke Kontraste durch Schattierungen. Eine wirkliche Überraschung aber stellt die Haydn-Interpretin Gylyte dar – Haydn als eine echte Messlatte für den feinsinnigen Umgang mit Form, mit Witz, mit Klangsprache. Hier legt die Pianistin, die Ihr Studium als Fotomodell finanziert hatte, eine mustergültig kurzweilige Interpretation vor. Die Es-Dur-Sonate Nr. 49 hält sie in einem wunderbar leichten Fluss, sie setzt Akzente mit gehöriger Deutlichkeit, veranstaltet ein intelligentes Spiel aus Frage und Antwort. Die motorische Wechselbewegung der Linken im finalen Menuett erfährt bei ihr eine Pointierung, die jenen Schalk verrät, den gute Haydn-Musiker immer mitbringen.

„Eine uninteressante Sekunde, und Du hast dein Publikum verloren“, sagt ihr Lehrer. Das wird bei Gabriele Gylyte so schnell nicht passieren.

St. Schickhaus

 


Gabriele Gylyte spielt Scarlatti in Frankfurt, 23. Nov. 2007

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